Donnerstag, 24. Dezember 2015

Es weihnachtet sehr

« Petit papa Noel
Quand tu descendras du ciel
Avec des jouets par milliers
N'oublie pas mon petit soulier »

„Aber sonst geht’s noch?!“ Alena hat mein Zimmer gestürmt und schaut mich belustigt an. Ich bin gerade mitten in einer sagenhaften Gesangs- und Tanzeinlage und schmettere „Petit papa Noel“, doch ihr plötzlicher Eintritt irritiert mich dann doch. „Ich singe französische Weihnachtslieder“, erkläre ich geistreich das Offensichtliche. „Ich höre es!“ Sie hat schon ein hartes Los gezogen — so als meine direkte Zimmernachbarin. Alena lacht und ich falle mit ein.

Wir sind in Weihnachtsstimmung, aber das ist hier auch nicht zu vermeiden (trotz der sommerlichen Temperaturen). Die Residents freuen sich sehr auf Weihnachten und lassen einen nicht vergessen, dass man sich in der Adventszeit befindet. Beim Wecken schleudert mir ein Resident als erste Regung das Wort „fête“ entgegen, womit er die Frage nach der Weihnachtsfeier stellt. Danach folgen die Wörter „cadeau“ (Geschenk) und „sage“ (brav). Das Wort „cadeau“ hat ungefähr dieselbe Wirkung, wie wenn man in der Schule eine Packung Kaugummis herausholt: Massen stürzen sich auf einen und wollen auch eins.

Die größte Angst meiner Residents scheint die zu sein, bei der Bescherung leer auszugehen. Das wird natürlich nicht passieren, aber mit viel Vertrauen in der Hinsicht haben wir es nicht zu tun. Ständig fragt mich einer der Residents, ob man denn schon ein Geschenk für ihn besorgt hätte. Ausdauernd antworte ich fast jedes Mal dasselbe: Mach dir keine Sorgen, auch du wirst ein Geschenk bekommen.
Als dann der Tannenbaum aufgestellt wird, ist es endgültig mit der ruhigen Stimmung hin: Während einer Schicht werde ich viermal zum Tannenbaum gezerrt, um zu sagen, dass der Tannenbaum schön sei. Der Resident fängt dann an zu klatschen und summt dabei „Mon beau sapin“ (unser „Oh Tannenbaum“). Dieser Resident hat zwar schon Ende September angefangen Weihnachtslieder zu singen, doch mittlerweile stimmen andere mit ein — ein wunderschön lautes Durcheinander.

Für uns Educs ist die Weihnachtszeit mit mehr Stress verbunden, weil die Residents aufgeregter sind. Trotzdem arbeite ich sehr gerne und lasse mich von der Vorfreude meiner Gruppe anstecken — am liebsten beim „Bredele“ backen mit Hannah und ein kleiner Gruppe Residents.


Nach der Arbeit weihnachtet es dann weiter. Wir haben uns die Weihnachtsmärkte in Bad Bergzabern, Landau (beides auf der anderen Seite der Grenze), Haguenau, Strasbourg und natürlich Wissembourg angeschaut.

Bad Bergzabern hat mich nicht wirklich überzeigt. Der Weihnachtsmarkt ist sehr klein, wogegen ja nichts spricht (ich verkörpere ja auch das Motto „Klein, aber fein“), jedoch waren die Stände nicht wirklich schön und mehr als Bratwurst und Crêpes hatte Bad Bergzabern nicht zu bieten.

Landau war auf jeden Fall schöner, trotzdem ziehe ich die Weihnachtsmärkte auf französischer Seite vor.

Haguenau hat einen wunderschönen Marché de Noel. Wer Schmuck mag, findet hier auf jeden Fall was! Doch selbst wenn man nichts kaufen möchte, ist der Markt so atmosphärisch, dass er sich super zum Drüber-Schlendern eignet.

Der Weihnachtsmarkt in Strasbourg ist nicht umsonst so berühmt. Gerade die „Petite France“ hat es mir angetan und ich bin froh, dass wir uns doch entschieden haben, nach Strasbourg zu fahren.



Wissembourg ist mein Favorit. Ob ich da nicht ein bisschen parteiisch bin? Klar, aber der Weihnachtsmarkt ist wirklich ein Traum! Er ist sehr klein, hat aber trotzdem eine große Vielfalt an Ständen und die Leute, mit denen wir geredet haben, waren alle sehr freundlich. Außerdem sieht Wissembourg einfach wunderschön aus. Die Straßen werden durch Lichtinstallation  in Form von Sternschnuppen und Tannenbäumen beleuchtet und ein echter Tannenbaum schmückt den „Place de la République“.


Trotz der schönen Zeit freue ich mich total auf Zuhause und werde Weihnachten und Neujahr in Wuppertal verbringen. Vielleicht sieht man sich ja — ich freue mich auf euch! 


Montag, 7. Dezember 2015

Rencontre régionale: Bretagne

Die kalte Nachtluft bläst mir um die Ohren. Sie riecht nach Gelassenheit und Salz. Ich halte inne. Wasser läuft in meine Schuhe und meine Socken sind schon ganz durchnässt, doch das macht nichts. Ich bin am Meer. Endlich.

„Oh Bretagne, du gefällst mir!“, denke ich und bedaure es zugleich, dass ich hier nur drei Tage bleibe. Es ist das erste Zwischenseminar meines Freiwilligendienstes und da das Organisatorische fast abgehackt ist, geht es dieses Mal mehr darum, Frankreich bzw. die Bretagne zu entdecken.

Wir wohnen in St.-Pol-de-Léon in dem „Château de Kersaliou“, einem Schloss mit Meerblick. Doch viel Zeit verbringen wir dort nicht. Der ICE hat immer ein streng getaktetes Programm, das es zu einhalten gilt und dieses Mal ist mir das sogar recht, denn ich möchte in den drei Tagen so viel wie möglich sehen.



Am ersten Tag geht es nach Roscoff zu Algoplus. Algoplus ist ein Unternehmen, das Algen zu allem möglichen weiter verarbeitet, das geht vom Gewürz bis zum Duschgel. Meinen Geschmack trifft das nicht so ganz (weder das Gewürz, noch das Duschgel), aber es war trotzdem mal ganz interessant zu sehen, woraus der Mensch so alles seinen Nutzen zieht. Danach sind wir noch ein bisschen durch Roscoff gelaufen, haben das Meer bewundert und mit den Fingern auf alte Gebäude  gedeutet. „Regard!“

Wie man die Bretagne so kennt, hat sich die Sonne nicht blicken lassen, aber als Wuppertalerin bin ich das ja gewöhnt. Ich war noch nie im November am Meer, jetzt bereue ich das jedoch. Die Wucht, mit der die Wellen jetzt schlagen und der Wind bläst, ist eindrucksvoll. Eine ungeheure Kraft geht vom Meer aus und wenn man bedenkt, dass bei Ebbe und Flut diese riesigen Wassermengen durch den Mond bewegt werden, merkt man wie klein wir im Universum doch sind. Besonders auf der Schifffahrt zu der Insel „Ile de Batz“ bin ich am Staunen.


Neben dem allgemein bekannten Touri-Programm (Crêpes essen, Fotos machen, das Ende von Europa besuchen) hat natürlich noch die kulturelle und geschichtliche Weiterbildung auf uns gewartet. Wie auch schon in Niederbronn haben wir einen Militärfriedhof besucht. Das besondere dieses Mal war, dass ein Zeitzeuge uns von den Bombardierungen auf Brest im zweiten Weltkrieg erzählt hat. Sehr interessant, sehr grausam, sehr schwierig — gerade, wenn man sich überlegt, dass die eigenen Vorfahren vielleicht dafür verantwortlich waren.

Das Kulturprogramm hat einen starken Kontrast zu der nachdenklichen Atmosphäre auf dem Friedhof gesetzt. Bretonische Volkstänze — mag harmlos klingen, ist es aber nicht, zumindest nicht mit mir in der Nähe. Wer mit zwei linken Füßen geboren ist und das Talent besitzt, sich immer außerhalb des Taktes zu bewegen, stellt eine allgemeine Bedrohung für  alle Umstehenden dar. Et voilà, c’est moi!


Im Großen und Ganzen hat mir die Bretagne aber gut gefallen! Ich muss nur nicht gerade tanzend durch die Gegend spazieren… 


Zug fahren, Zukunft planen

Ich trete das Gaspedal durch und der Zeiger am Tacho schnellt in die Höhe. Es ist nur ein kleines Stück über Land und gleich muss ich wieder abbremsen, aber die Art und Weise wie der kleine Peugeot die kalte Morgenluft zerschneidet, gefällt mir.

Es geht nach Schweighofen zum Bahnhof. Dann nach Mainz zur Uni. Zukunft planen, versuchen, Entscheidungen zu treffen, seinen Platz finden.

Ich habe einen langen Tag vor mir. Einen der Tage, von denen man nicht weiß, was man erwarten soll. „Schnuppertag“. Das klingt so freundlich, so leicht. Mal reinschnuppern, vielleicht gefällt es einem ja, man wedelt mit dem Schwanz und zack hat man eine Zukunft mit ganz viel Sonnenschein! Da dackelt Laura doch mal vorbei oder?

Naja, ich hab da wohl nicht die Unbeschwertheit der kleinen Hunde (obwohl das von der Körpergröße ja fast passt), trotzdem nutze ich meinen freien Tag, um mir die Uni und insbesondere das Studienfach Kulturanthropologie anzuschauen. Plan 169b.  „Wäre schön, wenn es hinhaut, wenn nicht, suchst du halt weiter“, versuche ich mich selbst zu beruhigen. „Danke für den Tipp! Darauf wäre ich nie gekommen!“, antwortet eine zynische Stimme in mir. Die beruhigende Stimme will etwas erwidern, aber der Zyniker ist schneller. „Jetzt ist gut!“, zische ich den beiden zu. Dann muss ich grinsen und frage mich, seit wann mein Innenleben eigentlich so redselig ist.

Wir biegen in eine Seitenstraße ab. An der Einfahrt steht ein Schild, dass uns zu verstehen gibt, dass hier nicht mehr als 10 km/h erlaubt sind. Es ist eng hier und das Auto ruckelt sich von Schlagloch zu Schlagloch. Bitte kein Gegenverkehr, denke ich, während ich mir Slalom fahrend meinen Weg suche. Links von mir geht ein Mann in den Fünfzigern mit seinem Hund spazieren. Ansonsten ist das Kaff wie ausgestorben.

Der Bahnhof besteht aus einem Gleis. Ich schaue auf die Uhr. Zehn Minuten zu früh — natürlich. Zug fahren oder besser gesagt, das in den Zug einsteigen, umsteigen und aussteigen versetzt mich immer in eine peinliche Hysterie. Ich habe dann die irrationale Angst nie am Ziel anzukommen und mein Leben  fortan am Bahnhof verbringen zu müssen. Deshalb komme ich immer zu früh und werde ganz nervös sobald der Zug Verspätung hat. Aber jetzt ist alles gut. Ich kontrolliere noch, ob ich mein Ticket habe. Ist da, alles gut.

Langsam entspanne ich mich wieder. Der Mann mit Hund biegt um die Ecke und setzt sich auf die Bank neben mir. Schweigend warten wir gemeinsam auf den Zug. Irgendwann wird die Stille von einer Kinderstimme unterbrochen. Ein kleiner Junge hechtet auf den Hund zu. Er ist vielleicht acht. Der Hund und er scheinen alte Bekannte zu sein — klar, auf dem Land kennt jeder jeden.

Hund, Kind und Mann steigen gemeinsam in den Zug ein. Und weil Kinder immer andere Kinder anziehen, gesellt sich schon eine Station weiter ein Junge mit einem viel zu großen Schulranzen dazu. „Ich hatte heute einen Minion im Adventskalender“, erzählt er stolz. „Aber den musste ich selbst aufbauen. Die Arme waren am schwersten. Da musste mir mein Bruder helfen, voll nervig!“  Ich hatte heute Ritter Sport im Adventskalender. Die mit Keks. Ganz unkompliziert und lecker, aber das reibe ich dem Kleinen nicht unter die Nase.

Ich ziehe die französische Glamour aus meiner Tasche und tue so, als würde ich verstehen, was da so drin steht. In Wirklichkeit ist das natürlich nur Tarnung, um in Ruhe weiter die Menschen um mich herum zu beobachten.

Die Frau gegenüber hat nun schon zum dritten Mal ihr Ticket kontrolliert. Wir könnten uns zusammen tun und den Club der nervösen Zugfahrer gründen. Wahrscheinlich würden wir uns dann aber gegenseitig verrückt machen und an einem hysterischen Anfall sterben, womit meine Angst, nie anzukommen, Wirklichkeit werden würde. Also doch keine gute Idee.

Mein Blick wandert weiter. Schlafende Leute, frühstückende Leute. Leute mit dicken Kopfhörern, die sie von der Welt isolieren und Leute,  die sich angeregt unterhalten. Und ich mitten drin. Auf der Suche nach einem Plan.


„Wir könnten aber auch zum Hipster gehen und fragen, wann und warum er sich entschieden hat, den Bart stehen zu lassen.“  Könnte man machen, denke ich und lausche weiter den Worten der Dozentin, die uns erklären soll, was sich eigentlich hinter Kulturanthropologie verbirgt.

Mir macht es wirklich Spaß, ihr zu zuhören und auch die Vorlesung, die ich später besuche, interessiert mich. Es geht ums das Eigene und Fremde bzw. um die Wahrnehmung von eigen und fremd. Ein Thema, welches angesichts der aktuellen Flüchtlingsdebatte nicht aktueller sein könnte.

Am Ende der Veranstaltung bin ich seltsam aufgeregt, fast schon euphorisch. Das legt sich aber schnell wieder. Vielleicht liegt es an der Müdigkeit, — immerhin bin ich seit sechs Uhr unterwegs —  vielleicht ist es aber auch der gnadenlose Realismus, der mich wieder auf den Boden holt. Welche Chancen habe ich danach auf dem Arbeitsmarkt?

Bevor jetzt irgendwelche Missverständnisse entstehen, ich möchte nicht nur Kulturanthropologie studieren. Plan 169b setzt sich aus Publizistik  als Kernfach und Kulturanthropologie als Beifach zusammen. Das Problem hierbei beim Beifach Kulturanthropologie ist allerdings, dass ausgerechnet hier die Module zur Theater- und Filmwissenschaft wegfallen, die mich besonders interessieren.


Wie geht es also weiter? Ich weiß es nicht, aber das ist okay. Ich hab ja noch ein bisschen Zeit. Vielleicht ändert sich ja noch alles, wäre nicht das erste Mal… On verra.

Sonntag, 22. November 2015

Unsicherheit

Draußen ist es dunkel und das gleichmäßige Schuckeln des Busses macht es mir schwer, die Augen auf zu halten. Ich schweife mit den Gedanken ab. Schlaf wäre jetzt genau das Richtige! Doch eine Männerstimme hindert mich daran. „Habt ihr mal die Zeit?“ Er sitzt breitbeinig  in der Dreierreihe hinten im Bus uns gegenüber. Links und rechts wären theoretisch noch Plätze frei — theoretisch.

Während ich noch versuche in der Gegenwart anzukommen, ist Alena schon im Gespräch vertieft. „Und woher kommt ihr?“ Der fehlende Dialekt, unsere mangelnden Kenntnisse über das hiesige Verkehrssystem  und spätestens mein übergroßer Seemannsrucksack entlarven uns als Reisende. Wir haben das Wochenende in Karlsruhe verbracht uns sind nun auf dem Rückweg.

Alena erklärt ihm, dass wir zurzeit in Frankreich leben und beinah fließend kommen sie auf die Anschläge in Paris zu sprechen. Er fragt uns, ob wir überhaupt noch über die Grenze kommen, ob die nicht dicht sei. Sie erklärt ihm die Situation. Erzählt von Gendarmerie, die Autos kontrolliert — direkt an der Grenze zwischen Frankreich und Deutschland stehen sie, direkt an der Ortseinfahrt nach Wissembourg. Wer verdächtig aussieht wird angehalten. Es ist komisch, das mit anzusehen.

Der Mann spürt nicht, was in Frankreich geschieht. Er denkt nicht an die Trauer, an den Schmerz, die Angst — zumindest nicht in diesem Moment. Selbstzufrieden lehnt er sich zurück und präsentiert uns seine Theorie: „Das waren die doch selber, um schärfere Gesetze durchzubringen. Abhörung und so…“ Er redet weiter, beschreibt Zukunftsszenarien seiner Verschwörungstheorie.
Ich habe die ganze Zeit geschwiegen — ich bin längst nicht so kontaktfreudig wie Alena, erst recht nicht, wenn ich müde bin. Doch jetzt melde ich mich zu Wort. Glaubt er denn wirklich, dass der französische Staat der IS ist oder dass der französische Staat und der IS zusammen arbeiten? Sehr abstrus. Klingt für mich, als wäre der neue Bond-Film eine starke Inspiration gewesen oder als wollte man die Verschwörungstheorien um den 11.9. recyceln.
Als wir aus dem Bus steigen, weiß ich, dass er spätestens in einer Woche keine Ahnung mehr von unserem Gespräch haben wird. An der Art, wie er über die Anschläge gesprochen hat und wie wenig durchdacht seine Theorie war, glaube ich zu erkennen, dass er denkt, es beträfe ihn nicht — ein Trugschluss.

Ich muss an Montag zurück denken, an den Moment als mein Kollege unsere Gruppe von den Anschlägen erzählt hat. „Am Wochenende ist etwas Schlimmes passiert, viele Menschen sind gestorben.“ Er sagt nur das Nötigste. Die Residents wissen nicht, dass diese Menschen umgebracht wurden. Man möchte sie nicht beunruhigen, sie verstehen die Situation jetzt schon nicht.

Vorm Rathaus in Wissembourg
Die Schweigeminute ist eine Qual. Meine Gruppe ist sehr laut. Die Stille und die Anspannung der Minute halten sie nicht aus. Gekicher, Geschrei und Gesang füllt die Minute, während mein Kollege und ich der Opfer und ihrer Angehöriger gedenken.
Am Ende meiner Schicht wissen sie nicht mehr, was am Mittag passiert ist. Irgendwie gut, denke ich.

Die Kollegen gehen sehr unterschiedlich mit dem Geschehen um. Manche reden gar nicht drüber, andere sind sehr besorgt. Nach ein paar Tagen kommen die ersten Witze über Terroristen. Sie haben etwas Nervöses.

Unser Plan, in Strasbourg den Weihnachtsmarkt zu besuchen, gerät ins Wanken. Die Kollegen scheinen sich einig zu sein, dass das nicht die beste Wahl sei. Das EU-Parlament, der Weihnachtsmarkt und viele Westeuropäer verschiedener Nationen. Ein Attentat hier würde von Aussagekraft strotzen und eine große mediale Reichweite erhalten.

Wir möchten eigentlich hingehen. Eigentlich. Wir möchten ihnen keine Macht über unser Leben geben, aber sicher fühlen wir uns nicht. „Geht doch lieber nach Haguenau“, raten die Kollegen.


Sie wissen nicht, ob Strasbourg tatsächlich das nächste Ziel ist, aber sie sind sicher, dass noch etwas kommen wird.

Samstag, 14. November 2015

#prayforparis

Freitagabend. Wir sind auf dem Weg in eine Disko, als wir es hören. Wollen feiern gehen. Das Radio ist laut gedreht, die Stimmung gut, doch das ändert sich schlagartig. Explosion. Schießereien. 18 Tote. Die Nachrichten aus Paris treffen uns wie ein Schlag. Ich drehe das Radio noch lauter. Es ist ein Versuch, besser zu verstehen, der kläglich scheitert, doch nicht die Lautstärke ist mein Problem.

Inzwischen spricht man von mindestens  120 Toten und 200 Verletzten und Schwerverletzten. Das sind Menschen, die den Freitagabend nutzen wollten, um ihr Leben zu feiern. Bars, Restaurants und das Bataclan, das sind Orte an denen man das Leben genießen sollte, sie zeugten von Unbeschwertheit und Lebenslust. Bis jetzt.

Ich bin fassungslos. Es ist so unverständlich, so grausam. Eine französische Freundin postet, dass man nirgendwo mehr sicher ist. Sie hat Recht, denke ich. Ein andere Franzose schreibt: “Unser Entsetzenschrei wird sich zu einem Sturm entwickeln“, doch im Moment fühlt es sich wie eine Lähmung an.

Es ist komisch jetzt hier zu sein. Ich weiß nicht, wie ich mit der Situation umgehen soll und habe ein bisschen Angst, am Montag den Residents gegenüber zutreten. Ich weiß nicht, ob ihnen von den Anschlägen berichtet wird, aber sie sind teilweise sehr sensibel. Sie werden die Bedrückung spüren, einige werden merken, dass etwas nicht stimmt.

Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer, bei den verängstigten Menschen, bei denen, die jetzt ganz viel Kraft brauchen.

Paris ist laut. Viele Menschen, viel Bewegung. Doch jetzt hält die Stadt den Atem an und mit ihr die ganze Welt.

Man sagt, dass Paris das Herz Frankreichs ist — Sie haben uns direkt in unser Herz getroffen.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Ich steh im Wald.

Sonntagsspaziergänge sind doch das Beste — vor allem samstags, wenn man die letzten zwei Tage krank im Bett verbracht hat.

Wenn ich Zuhause krank bin, ist das zwar auch nicht schön, aber ich drohe nicht ganz so schnell, an Langeweile zu sterben. Meine Familie schneit dann hin und wieder in mein Zimmer rein oder die liebe Marei kommt mit Brownies, Oreokeksen und Hustenbonbons vorbei (das sorgt für einen schnelleren Heilungsprozess — bei Magendarm ist jedoch davon abzuraten). Hier gibt es aber keine Marei und meine Eltern und Kira sind letzten Sonntag wieder nach Wuppertal gefahren.

In Wuppertal hätte ich jetzt auch eine größere Filmauswahl, die mir wenigstens Gesellschaft leisten könnte. Alle Filme, die ich hier habe, kann ich mitsprechen. Nicht, dass ich eh nach zwanzig Minuten vom Film wieder eingeschlafen wäre und dann ja auch nicht viel mitbekommen hätte, aber das ist so ne Prinzipsache.

Wir haben einen Fernseher im Wohnzimmer, der mich natürlich unterhalten könnte, allerdings gibt es da auch wieder einen Haken: das wäre ja dann französisches Fernsehen — auf Französisch…

Weil meine Mitbewohner arbeiten und ich, wenn sie dann da sind, schlafe, treffe ich außer einem Handwerker niemanden und unser kleines Rendez-vous muss für den Tag auch an menschlichen Kontakt reichen. Ich sage „Bonjour“. Der Handwerker sagt „Bonjour“. Das war’s. Er ist so von dem Glanz meiner Erscheinung geblendet, — Jogginghose, Schlabberpulli und Schal, dazu vornehme Blässe und Schmuck unter den Augen — dass er sich wohl nicht traut, das übliche „Ca va?“ heraus zu bringen. Egal, dann halt Isolation bis ich wieder gesund bin, so stecke ich wenigstens niemanden an.




Als meine Lunge  wieder zulässt, dass ich mich bewege, entfliehe ich dem muffigen Geruch unserer Wohnung. Weiler (dort wohne ich) liegt im Grünen und bietet viele Möglichkeiten für einen Spaziergang. Ich entscheide mich, den Radweg über die Grenze entlang zu gehen und wenige Minuten später stehe ich im Wald.

Ich liebe diesen Weg und habe ihn schon vor Wochen als meine neue Joggingstrecke auserkoren (wenig Steigung, schöne Aussicht). Links von mir geht es richtig in den Wald herein. Die Bäume sind so hoch und so beeindruckend am schrägen Abhang angeordnet, dass ich alle paar Meter stehen bleibe und Fotos mache. Zu meiner Rechten fließt die Lauter fröhlich vor sich hin.





Hin und wieder kommen mir Radfahrer entgegen. Ich frage mich dann, ob sie Deutsche oder Franzosen sind. Eigentlich ist es ganz einfach: Grüßen sie einen, sind es Franzosen, gucken sie angestrengt in eine andere Richtung sind es Deutsche. Gut, manchmal schallt einem auch ein „Hallo“ entgegen, dann tippe ich natürlich auch auf Deutsch, aber im Großen und Ganzen habe ich den Eindruck, ich liege mit meiner Einschätzung richtig.

Die Franzosen erscheinen mir allgemein „netter“ im Umgang mit Unbekannten. Beim Joggen kriege ich keine dummen Kommentare gedrückt, sondern man wünscht mir einen guten Lauf und es habe mir jetzt schon mehrmals Leute angeboten, mich mitzunehmen, wenn ich zu Fuß unterwegs war. (Ich weiß, was du jetzt einwerfen würdest, Yanik. Und ja, es könnten auch potentielle Vergewaltiger gewesen sein, aber wir wollen das jetzt mal nicht ganz so pessimistisch sehen.) Ob ich mit meinem Eindruck richtig liege, weiß ich nicht. Pauschalurteile sind ja eh eine schwierige Sache und deshalb sage ich einfach, dass ich mich hier gut aufgenommen fühle und mich freue, wenn man mir mit einem Lächeln und einem „Bonjour“ entgegen fährt.

Ich spaziere noch bis zur deutsch-französischen Grenze weiter. Dort setze ich mich auf eine Bank, lese mein Buch und genieße es, einfach mal wieder draußen zu sein.





Montag, 19. Oktober 2015

Der Himmel oder warum ich 273 Kilo wiegen werde, wenn ich zurück komme

Ich bin im Paradies gelandet.

Vollkommen — einfach vollkommen. Wie ein kleines Kind am Schaufenster eines Spielzeugladens starre ich gebannt durch die Fenster des rotbraunen Hauses am Place du Marché aux Choux. Dahinter verbirgt sich meine große Liebe. Rebert. Er ist hübsch und etwas ganz besonderes. 

Der französische Charme ist ja berüchtigt, aber dass es mich so schnell und so intensiv treffen würde, hätte ich nicht gedacht. Doch jeder Besuch im Centre Ville scheint mich irgendwie zu Rebert zu leiten. Bald muss ich mir eingestehen, dass es mich voll erwischt hat — le coup de foudre.

Wer mich kennt, weiß, dass ich eine große Schwäche für fast alles Süße habe. Es ist also kein Wunder, dass ich so begeistert von Rebert bin. Die kleine Patisserie und Chocolaterie ist aber auch ein Besuch wert und so schleiche ich immer wieder um den Laden herum, gehe hinein, um die kleinen Törtchen, Macarons und Pralinen aus der Nähe zu bestaunen und kaufe dann doch nichts. Die Preise der Köstlichkeiten und Taschengeld eines FSJlers vertragen sich nicht so ganz.



So langsam habe ich den Eindruck, man müsste mich im Rebert schon kennen. Ach, das ist sie schon wieder. Valerie, hol schon mal das Fensterputzmittel! Sie drückt schon wieder ihre Nase am Schaufenster platt. Vielleicht gehe ich aber auch im Strom der Touristen unter, die Rebert mit ebenso begierigen Blicken wie ich betreten und mit kleinen und großen Köstlichkeiten und einem Leuchten in den Augen verlassen.



Ich bin zum fünften Mal im Laden, als ich zum ersten Mal die Stimme hebe. Je voudrais un Palet Or s’il vous plaît. Meine Eltern sind über das Wochenende da und ich darf mir etwas aussuchen. Meine Entscheidung fällt mir leicht. Zu oft habe ich mir schon ausgemalt, was ich am liebsten essen würde.



Palet Or ist eine wahre Schönheit — fast zu schön zum Essen, deshalb dekoriert meine Errungenschaft erstmal den WG-Kühlschrank. Sage und schreibe einen Tag bleibt das Törtchen da, dann möchte ich es endlich probieren. Nach einem Bissen merke ich, dass es auch zu lecker ist, um noch weiter im Kühlschrank zu verweilen.


Oh Rebert, denke ich, als der letzte Bissen im meinen Mund verschwindet.



PS: Ich habe „Chocolaterie“ zum Wörterbuch hinzugefügt — kann ja nicht sein, dass mein Word das nicht kennt!

Mittwoch, 30. September 2015

Über meine Arbeit, das Hinternabputzen und Nudismus

Es ist noch dunkel, als mein Wecker klingelt.  In Trance steige aus meinem Bett und mache mich fertig für die Frühschicht. „Ich bin ein Morgenmensch, ich bin ein Morgenmensch“, murmele ich wie ein Mantra vor mich hin, während ich die Treppenstufen runter schlurfe. Die durch einen Zahlencode gesichert Tür zu unserer Wohnung bzw. aus unsere Wohnung raus piept unerträglich, als ich den richtigen Code eingebe. Es ist, wie ein zweites Mal den Wecker klingeln zu hören.  Morgenmensch rufe ich mir in Erinnerung. Ja, sicher doch! Die dunklen Ringe unter meinen Augen strafen mich lügend.  Sieben Uhr morgens ist nicht meine Zeit — ja, ich weiß, ich stelle mich ein bisschen an, aber ich nun mal wirklich kein Morgenmensch!

Nichtsdestotrotz sitze ich mehr körperlich als geistig anwesende um sieben in der Transmission und höre mir an, wer die Nacht über aufgestanden ist, geschrien hat und sonst irgendwie der armen Nachtschicht den Schlaf geraubt hat, bevor die Transmission in einer Lästerstunde der wacheren Kollegen ausartet. Danach geht es in die Gruppen und wir fangen an die Residents zu wecken und für das Frühstück fertig zu machen.

Gleich im ersten Zimmer erwartet mich ein besonderes Geschenk. Scheiße. Und zwar eine ganze Windel voll… Gleich schiebt sich wieder mal eine kleine Patsche-Hand Richtung Hintern. Ich wehre den Angriff ab und stülpe mir Gummihandschuhe über.  Na dann auf in den Kampf und bloß nicht an Schokolade denken!

So langsam kommt Routine in die Bewegungen. Ich weiß, was ich machen muss und es kostet mich kaum noch Überwindung, die Windel zu öffnen und jemanden zu wickeln. Das ist halt meine Arbeit hier und wenn man im Hinterkopf behält, dass die Residents (die Bewohner) nun mal auf Hilfe angewiesen sind, ist das Ganze nicht mehr so schlimm.

Für mich war das Zugucken am Anfang auch viel unangenehmer, dabei hatte ich zu viel Zeit, um mich auf alles zu konzentrieren und mit allen Sinnen dabei zu sein — großer Fehler! Machen ohne viel nachzudenken ist hier einfach besser. Das meiste macht man eh intuitiv richtig. Einen erwachsenen Menschen zu wickeln oder den Hintern abzuwischen, mag nicht gerade alltäglich sein, aber es ist einfach, wenn man erstmal seine Hemmungen abgelegt hat.

Und so bewege ich mich von Zimmer zu Zimmer, entleere Nachttöpfe, wechsele Windeln und wische Hintern ab. Außerdem wasche ich die Residents, creme sie ein und helfe dabei sie anzuziehen bzw. ziehe sie an.

Letzteres entpuppt sich an manchen Tagen als am schwierigsten. In meiner Gruppe gibt es einen Resident, der leicht nudistische Tendenzen zeigt. Sagen wir einfach, er ist gerne nackt. Sobald ich also die Barriere an seinem Bett runter mache, liegt alles, was der Herr so an hatte, auf dem Boden. Manchmal schafft er es auch, sich bereits in der Nacht komplett auszuziehen, einschließlich der Windel — ich glaube, die Konsequenzen muss ich nicht näher erläutern…

Ausziehen klappt also alleine, nur das wieder anziehen, ist dann schon komplizierter. Alles geht ihm zu langsam und dann fällt ihm auch noch ein, dass er ja lieber nackt wäre und fängt dann wieder an sich auszuziehen. Mittlerweile habe ich mir ein bisschen Autorität erarbeitet, sodass er aufhört, wenn ich ihm das sage, allerdings ärgert es ihn das sehr und dann kommt der schwierigste Teil: Ungebremst schießt seine Hand auf seine Wange zu und es knallt. Er schlägt sich selbst. Das macht er immer, wenn er wütend wird. Ich habe eine Kollegin mal gefragt, warum er sich dann selbst weh tut, aber sie konnte es mir nicht sagen. „Ein Fehler im Kopf, ich weiß es nicht“, hat sie nur geantwortet. Ich verstehe die rohe Brutalität gegen den eigenen Körper nicht und es schwierig, da zu stehen und kaum etwas dagegen tun zu können. Auch andere Residents machen das, sie schlagen und beißen sich selbst, als müssten sie so ihre Aggressionen abbauen. Es kommt so häufig vor, dass es fast alltäglich ist, aber ich erschrecke mich trotzdem jedes Mal.

Bis zum Frühstück habe ich mich wieder beruhigt, wobei von Ruhe eigentlich keine Rede sein kann: Die Residents sprechen durcheinander (soweit das möglich ist), lachen und schreien  nach Café (scheinbar ihr Lebenselixier).  Danach putzen wir einigen Residents die Zähne (manche können das alleine) und wischen ihnen die Essensreste aus dem Gesicht und von den Händen. Leider haben die Aktivitäten noch nicht angefangen, sodass die Zeit bis zum Mittagessen höchstens mit malen und einem Spaziergang überbrückt wird, was ich persönlich sehr schade finde. Die Vorfreude in meiner Gruppe auf die Aktivitäten ist umso größer. Ein Resident fragt täglich danach.

Das Mittagessen kann richtig stressig werden, wir servieren das Essen, schneiden es klein und füttern manche Residents. Zwischendurch muss man einen Resident immer wieder bitten, doch am Tisch zu bleiben, ein anderer entleert häufiger mal seinen Becher über sich — nicht, weil er Probleme beim Trinken hat, sondern weil er gerne provoziert — und wieder ein anderer will sich das Dessert schnappen, bevor man mit dem Hauptgang fertig ist. Trotzdem ist das Essen doch irgendwie schön, weil die bunte Masse an unterschiedlichen Persönlichkeiten, unsere kleine Gemeinschaft besonders ist.

Bevor die Frühschicht endet, werden noch mal Windeln gewechselt und Hintern abgewischt. Manche Residents halten Mittagsschlaf, die bringt man dann ins Bett und geht zum Schichtwechsel wieder in die Transmission.

In der Transmission hört man dann auch das ein oder andere lustige Ereignis der Schicht. Mir selber hat ein Resident zum Beispiel mal das Essen vom Teller geklaut. Es gab Pommes, also ein wirklich tragischer Zwischenfall, aber noch vergleichsweise harmlos. Einer anderen Freiwilligen wurde diese Woche noch auf den Schuh gekackt. Sie hat das ziemlich cool genommen und lachend erzählt. Mal gucken, was in den nächsten Monaten noch so für Gesprächsstoff sorgt.


Sonntag, 6. September 2015

Das ist erst der Anfang!

„Mais Zsuzsi, this is not the end, c’est le début!” Die Worte unseres Betreuers Claude klingen wie Musik in meinen Ohren. Doch Zsuzsi scheint das nicht wirklich zu trösten. Traurig schaut sie aus dem Autofester. Wahrscheinlich denkt sie gerade an die anderen Freiwilligen, von denen wir uns nach zwei Wochen Vorbereitungsseminar in Niederbronn verabschieden mussten.
Mein Blick wandert auch aus dem Fenster, aber ich bin nicht traurig. Wir fahren nach Wissembourg, wir fahren zu unserem neuen Zuhause. Mit Aufregung erwarte ich das, was sich hinter jeder neuen Kurve verbirgt. Hin und wieder versuche ich mich ganz groß zu machen, um über das Armaturenbrett hinaus zu gucken. Ich kenne den Weg, denn ich habe bereits einen Tag im Mont des Oiseaux, einen Wohnheim für Menschen mit Behinderung in Wissembourg, hospitiert. Hier werde ich bald arbeiten, wohnen und leben. Neugierde gemischt mit Ungeduld macht sich in mir breit. Ich will endlich ankommen!

Als wir dann die Auffahrt zu unserem neuen Zuhause hinauf fahren, macht sich auch auf Zsuzsis Gesicht ein Lächeln bemerkbar. Wir schauen einander an und müssen vor Aufregung lachen. Zsuzsi ist mir sympathisch. Genau wie ich wird sie zehn Monate einen Service Civique im Mont des Oiseaux machen.  Im Moment spricht sie noch gar kein Französisch und nur ein paar Sätze Englisch, weshalb unsere Unterhaltung teilweise sehr lustig verlaufen und wir manchmal völlig aneinander vorbei reden. Sie selbst kommt aus Ungarn. Später werden dann noch zwei Deutsche und eine Französin zu unserer WG dazu stoßen. Die Französin, Alicia, kenne ich auch schon vom Vorbereitungsseminar in Niederbronn. Sie ist eine aufgeweckte Person — sehr offen und immer fröhlich.  Auf die anderen zwei bin ich schon sehr gespannt!
Wir kommen an einem Samstagnachmittag an und fangen erst Montag mit dem Arbeiten an und ich muss sagen, ich brauche das Wochenende auch echt, um mich einzurichten. Am Samstag fehlt mir dazu aber die nötige Energie. Ein paar Sachen werden ausgepackt, ein paar Emails gelesen, aber das ist es dann schon. Wie ein nasser Sack falle ich in mein Bett und um 10 Uhr bin ich dann schon in der Tiefschlafphase versunken.

Am nächsten Tag warten ein halbausgepackter Koffer, zig unbeantwortete Emails und ein bisschen Orga-Kram  auf mich. Ich kann mich aber nicht wirklich aufraffen und beginne den Tag erstmal mit einem ausgiebigen Frühstück mit Zsuzsi — ganz unfranzösisch. Danach schnappe ich mir meine Kamera und erkunde Wissembourg ein bisschen. Leider wohnen wir nicht wirklich zentral, weshalb es seine Zeit braucht, um ins „Centre Ville“ zu gelangen, aber der Weg lohnt sich!

 Wissembourg ist wirklich schön und ganz anders als Wuppertal. Bisher habe ich kein einziges Hochhaus entdeckt, alles ist hier charmant klein: die Häuser, die Straßen, die Cafés. Zugegeben groß einkaufen kann man hier nicht und das Nachtleben ist hier quasi nicht vorhanden, aber für einen Sonntagsspaziergang ist Wissembourg genau richtig. Vor allem an diesem Sonntag scheint es die Welt besonders gut mit mir zu meinen, denn die Sonne rückt das Städtchen ins schönste Licht.

Ich mag die Atmosphäre hier. Jeder, der mir entgegen kommt, nickt oder lächelt mir zu und meist folgt darauf ein höfliches „Bonjour“. Irgendwie fühle ich mich aufgenommen.



























Nach meinem Spaziergang widme ich mich dann den weniger interessanten Dingen. Doch beim Koffer auspacken, bekomme ich richtig Lust, mein Zimmer umzugestalten. Mir gefällt der Zuschnitt meines Zimmers sehr. Ich habe eine kleine Nische, in der mein Bett und ein Nachttisch stehen, sodass der Schlafbereich vom Wohnbereich abgegrenzt ist. Leider passen die Möbel gar nicht zusammen, weshalb ein Besuch beim Baumarkt fest eingeplant ist. Dann kommt auf jeden Fall Holzlack in den Einkaufswagen, mit ein bisschen Farbe sieht die Welt schon ganz anders aus.

Montag ist es dann soweit: mein erster Arbeitstag! Das Mont des Oiseaux besteht aus zwei Gebäuden. Da gibt es zum einen eine Einrichtung für Kinder bis 20 Jahren und eine Einrichtung für Erwachsene. Ich arbeite im MAS („Maison d’Accueil Specialisée“), das ist die Einrichtung für Erwachsene.

Mein Dienst beginnt heute um 13:45 Uhr mit der Transmission. Die Transmission ist eine Besprechung beim Schichtwechsel, in der man der neue Schicht erzählt, was Besonderes vorgefallen ist, ob es einem der Bewohner schlecht geht und ob auf etwas Außergewöhnliches ansteht. Für mich ist die Transmission bisher ziemlich langweilig. Meine Französisch-Kenntnisse reichen noch nicht aus, um dem Gespräch folgen zu können und deshalb sitze oder stehe ich dann meist fünfzehn Minuten blöd in der Gegend rum.

Nach der Transmission geht man in seine Gruppe. Es gibt fünf Gruppen mit jeweils acht Bewohnern (ich hoffe, ich bin richtig informiert). Um eine Gruppe kümmern sich normalerweise zwei Betreuer. Bei den Volontären in der Gruppe sind es für den ersten Monat drei Betreuer (mit Volontär), da wir ja noch eingearbeitet werden müssen. Im Moment sind wir auch noch keine große Hilfe. Unsere Aufgabe sind größtenteils Pflegeaufgaben und ich muss zugeben, dass ich die Vorstellung erwachsenen Menschen, den Hintern abzuwischen oder die Windeln zu wechseln, noch sehr befremdlich finde. Tania, mit der ich heute zusammen arbeite, ist aber sehr verständnisvoll. Sie sagt, dass ich mir Zeit nehmen kann und immer sagen soll, wenn ich etwas nicht machen will. Ich persönlich hoffe, dass ich den letzten Teil nicht Anspruch nehmen muss, aber heute steht eh erstmal zu gucken auf dem Plan. Mir wird viel erklärt, teils auf Französisch, teils auf Deutsch. Ich soll beobachten, Fragen stellen und mich langsam einleben.


Nach der abendlichen Transmission gehen Zsuzsi und ich zusammen zu unserer Wohnung (wir wohnen in einer Dachgeschosswohnung über der Einrichtung für Kinder). Beide sind wir geschafft von den vielen neuen Eindrücken, doch in unserer WG erwartet uns eine kleine Überraschung: die zwei anderen deutschen Freiwillige sind angekommen. Zsuzsi ist zu müde für ein Gespräch, sie sagt kurz Hallo und geht dann schlafen. Eigentlich würde ich auch gerne schlafen, aber meine Neugierde auf die neuen Mitbewohner ist dann doch größer. Ich setze mich zusammen mit Alena und Hanna (so heißen die beiden) ins Wohnzimmer. Sie wirken ernüchtert. Die Wohnsituation haben sie sich anders vorgestellt. Vor uns haben schon einige Freiwillige mit sehr unterschiedlichen Geschmäckern in der Wohnung gelebt und das sieht man der Wohnung auch an… Als wir dann aber einen Tagesausflug zum IKEA Strasbourg planen, kommt Stimmung auf. Wir überlegen, was man alles machen könnte, um die Wohnung aufzubessern, dabei greifen wir ab und an nach den Sternen. Mal gucken, wie viel wir von unseren Plänen tatsächlich umsetzen. Es bleibt also spannend, denn this is not the end, c’est le début!


Dienstag, 28. Juli 2015

Todesangst, nette Menschen und Züge

Der Abgrund ist bedrohlich nahe und ich kann die Tiefe spüren. Jede Bewegung ist kontrolliert. Ich versuche, möglichst still zu liegen. Meine Atmung wird flacher. Nicht wissend, ob ich am nächsten Morgen wieder aufwachen werde, bin der Müdigkeit ausgeliefert.

Ich habe noch nie in einem Hochbett geschlafen, auch wenn das eigentlich kein Problem für mich ist. Doch dieses Bett hat es in sich: es ist schmaler als mein normales Bett und hat keine Begrenzung, sodass mich nichts davon abhält, im Schlaf aus dem Bett zu kullern und auf einer der vier Koffern zu landen, die dekorativ über den Boden verteilt liegen. Sie gehören Amelie, Enya, Esther und mir. Noch sind wir einander völlig fremd, doch am Ende der 10 Tage fällt uns der Abschied schwer.
Ich bin in einem Tagungshaus in Altenkirchen, einer Kleinstadt im Westerwald. Hier sollen 28 Jugendliche, die in den kommenden Monaten ihr Zuhause verlassen und Westeuropa erkunden, auf ihren Freiwilligendienst vorbereitet werden.

Die Gruppe ist bunt. Laut. Gut. Wir kommen aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands und die meisten haben eine lange Reise hinter sich.

Einige Personen sind mir auf Anhieb sympathisch, trotzdem möchte ich am liebsten wieder in dem Zug steigen und umkehren. 10 Tage sind ganz schön lang, wenn man bald für 10 Monate nach Frankreich verschwindet… Ich habe nach dem Vorbereitungsseminar noch 7 Tage in Wuppertal. Das sind 168 Stunden, 10.080 Minuten oder 604.800 Sekunden, um mich von meinen Freunden und meiner Familie zu verabschieden, meine Sachen zu packen und Wuppertal hinter mir zu lassen. Ohne das Vorbereitungsseminar hätte ich noch weitere 240 Stunden, 14.400 Minuten oder 864.000 Sekunden, um meine To-do-Liste abzuarbeiten. Doch all das Grübeln über die „verlorene“ Zeit hilft auch nichts, die Teilnahme am Seminar ist verpflichtend und soll mir ja auch helfen, meinen Freiwilligendienst so angenehm, wie möglich zu machen.

An den ersten Tagen spürt man die Entfernung zwischen uns Teilnehmern noch deutlich, dennoch haben wir eine Parallele, die uns schlussendlich alle zusammenführt: wir haben Zuhause verlassen, haben uns entschieden, uns auf das Fremde einzulassen und  wollen neu beginnen.

Die zurückhaltende Höflichkeit wird abgelegt. An ihre Stelle treten Offenheit und  Ehrlichkeit. Jeder redet mit jedem. Es wird gemeinsam eingekauft, gekocht und gelebt. Sucht man Gesellschaft folgt man der Musik und dem Lachen.

Die Gespräche sind gut, mal ernst, mal albern und vor allem abwechslungsreich. So kommt es, dass man in einem Moment über Sexismus redet und im nächsten Moment die Barbiefilme angepriesen werden. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch nie einen Barbiefilm gesehen habe. „Waaaaas? Das kann doch nicht dein Ernst sein“, sagt Enya und Esther erkundigt sich besorgt nach meiner Kindheit. Um meine Bildungslücke zumindest teilweise zu schließen, singen Amelie, Enya und Esther mir „Barbie als Prinzessin und das Dorfmädchen“ vor. Hach, diese Mädels sind schon super!

Ich bin wirklich froh über meine Zimmermitbewohner. Unsere ganze Gruppe ist sehr harmonisch, aber diese drei Mädels habe ich besonders gern. Amelie wirkt im ersten Moment noch ernst, doch nach zwei Minuten offenbart sie sich als eine sympathische und lockere Person. Sie wird auch nach Frankreich gehen und ich bin glücklich, dass ich da dann schon jemand so nettes kenne. Esther ist laut und lustig. Sie lacht, tanzt und singt. Ständig zitiert sie Filme, Lieder und YouTube-Videos. Enya ist ein bisschen unsere Zimmermama: sie sorgt dafür, dass wir rechtzeitig aufstehen und besorgt auch das Rezept, als wir mit dem Kochen dran sind. Enya ist cool. Sie strahlt Ruhe aus und man kann sich echt gut mit ihr unterhalten. Ehrlich, besser hätte ich es mit meinen Zimmermitbewohnern nicht erwischen können!

Neben uns Freiwilligen gibt es noch drei Teamerinnen. Sie gestalten den Tag durch zwei Einheiten à drei Stunden. Die Einheiten sind sehr unterschiedlich. Manche sind speziell auf unseren Freiwilligendienst zugeschnitten, andere Einheiten sind allgemeiner Natur. So sprechen wir zum Beispiel über unsere Einsatzstellen, Rassismus und Geschlechtergerechtigkeit. Unsere Teamerinnen geben uns das Gefühl, auf Augenhöhe zu sein, sodass mir die Einheiten nicht wie Unterricht oder sowas vorkommen.

Der Abend gehört immer ganz uns. Wir dürfen also in Kleingruppen losziehen und Altenkirchen unsicher machen. Das Nachtleben ist hier natürlich legendär. Die krassesten Partypeople zieht es zum Rewe Center, denn dort gibt es den besten Stoff. In der gegenüberliegenden Grünanlage wird dann die (Haribo-)Tüte rumgereicht. 

Okay, jetzt mal im Ernst: In Altenkirchen ist nicht so viel los, aber mit den richtigen Leuten macht das auch nichts! Solltet ihr mal tagsüber in Altenkirchen sein, müsst ihr auf jeden Fall in den Eissalon in der Innenstadt!!! Dort gibt es so viele leckerere Sorten (zum Beispiel Raffaello!). Wäre ich wohl länger dort geblieben oder hätte den Eissalon früher entdeckt, hätte ich wohl selber Altenkirchen als Kugel verlassen. So aber sehe ich nur etwas müder als sonst aus, als ich mich auf die Rückreise mache.  

Es ist komisch, wie schnell einen Menschen ans Herz wachsen können. Noch komischer ist es zu wissen, dass man einige eben dieser Menschen nun für ein Jahr nicht mehr sehen wird. Doch lange kann ich nicht über diese Misere nachdenken, denn Zugfahren in fremden Städten stresst mich immer sehr. Ständig gucke ich auf mein Ticket. Stehe ich am richtigen Gleis? Wo muss ich umsteigen? Und wie viel Zeit habe ich dafür?

Während ich meine Hinfahrt halbwegs gut überstanden habe, erweist sich die Rückfahrt schon als komplizierter. Als Schienenersatzverkehr erscheint ein kleiner (!) Bus und wir müssen Koffertetris spielen, um das ganze Gepäck unterzubringen. In jeder Kurve fliegen Koffer aus unserem Konstrukt, sodass die Fahrt nicht wirklich entspannt ist.

Als wir dann endlich wieder in einen Zug umsteigen wollen, macht die Deutsche Bahn ihrem Ruf alle Ehre und unser Zug fällt aus. Super. Wir versuchen noch einen anderen Zug zu bekommen und hechten vollgepackt Treppen runter und rauf zu einem anderen Gleiß. Das hätten wir uns allerdings sparen können, denn der Zug fährt gerade ab, als wir das Gleis erreichen. Ich sprühe vor Begeisterung. Wie ich Zugfahren liebe!


Zuhause angekommen möchte ich nur noch schlafen. Ich öffne mein Brillenetui und will meine Brille weglegen und meine müden Augen schließen. Für einen Moment halte ich inne. Ein kleiner Zettel liebt auf dem Brillenputztuch. Er stammt aus dem Glückskeks, den mir unsere Ansprechpartnerin vom ijgd geschenkt hat. Dort steht: There will be great changes but you will be very happy. Ich lächle. Das ist doch eine schöne Aussicht!

Sonntag, 5. Juli 2015

101 Tage

Die Scheibe beschlägt, meine Nase ist ganz platt gedrückt und ich könnte schwören, dass sich meine Pupillen gerade weiten. Auf einem blauen Autobahnschild steht es: Wissembourg.

In genau 101 Tagen werde ich hier leben. Ich bekomme ein flaues Gefühl im Magen. Zum ersten Mal wird mir bewusst, für was ich mich entschieden habe. 10 Monate sind eine ganz schön lange Zeit, denke ich als meine Mama die nächste Autobahnausfahrt nimmt. Wir halten auf dem Parkplatz des Hotels „Alsace“ in Wissembourg und ich mache meine ersten Schritte in der neuen Heimat.
Es ist komisch. Irgendwie hatte ich auf eine Art Zeichen gewartet, auf etwas, dass mir zeigt, dass ich genau hier hingehöre, vielleicht so ein „Liebe-auf-den-ersten-Blick-Moment“ oder ein „Booom, du bist hier richtig“, doch nichts dergleichen passiert.

Ich komme mir unglaublich touristisch vor, während ich mit der Kamera in den Händen durch die Straßen schlendere. Es ist schön hier, irgendwie belebt. Kinder fahren mit Cityrollern zur Schule, die Lauter plätschert fröhlich vor sich hin und Franzosen sitzen in den Cafés vor großen Tassen und unterhalten sich. Ich genieße den Moment.

Lachen und Gesprächsfetzen dringen an mein Ohr, doch ich verstehe nur wenig. In einem Laden frage ich auf Französisch nach einem Buch, man antwortet mir auf Deutsch. Eine nette Geste, aber ich bin enttäuscht. Ich möchte dem Ladenbesitzer am liebsten erzählen, dass ich bald hier leben werde, in genau 101 Tagen, aber ich bleibe still.

Ich bin hier fremd, man erkennt in mir sofort die Touristin. Verständlich, denn die Kamera hängt mir vor der Brust und mein Französisch ist weder besonders gut noch akzentfrei. Doch je mehr ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass ich tatsächlich als Touristin gekommen bin. Wir haben in ein Hotel eingecheckt, wir sind zu allererst zur Touri-Info gegangen und haben dann den Rundgang durch die Stadt genommen. Genauso gut hätte ich mir „Tourist“ auf die Stirn tätowieren können oder mit einem Selfie Stab Fotos vor jedem Gebäude machen können.

Erst bin ich ernüchtert, denn es wäre doch viel einfacher, wenn ich direkt ins Bild rein passen würde. Doch ich muss mir eingestehen, dass ich selbst noch gar nicht in der Lage bin, mir das vorzustellen. Ich denke, dass wird erst kommen, wenn ich mein Leben in ein paar Koffer gepackt habe und umgezogen bin.



Nach dem Abendessen falle ich wie ein Stein in mein Bett. Ich habe Kopfschmerzen und bin müde. So viele Eindrücke schwirren durch meinen Kopf und mein Gehirn braucht dringend eine Pause, um sie zu verarbeiten. Glücklich schlafe ich ein.

„Ein Mensch begibt sich auf eine Reise und ein anderer kehrt zurück.“

Mich hat das Fernweh gepackt — und 11 Minuten von der deutschen Grenze entfernt wieder losgelassen… Ja, ich weiß, ich bin weit gekommen, aber darum geht es doch gar nicht! Ich möchte keinen Wettbewerb gewinnen, wer am weitesten weg ist oder wer den exotischsten Auslandsaufenthalt macht. Zugegeben: Da hätte ich mit Wissembourg auch schlechte Karten! Aber wie gesagt: Darum geht es doch gar nicht! Ich möchte meinen Horizont erweitern (ohne dabei an einem Kulturschock zu sterben), Neues kennenlernen und einfach mal weg sein!

Gerade das Letzte spielt eine große Rolle: Weg sein. Alleine gehen. Autonom. Ich war nie alleine weg — immer war irgendjemand dabei, den ich zumindest flüchtig kannte. Ich weiß noch nicht einmal, ob es aus Angst oder einfach aus Bequemlichkeit war.

Und jetzt gehe ich. Endlich. Ich freue mich riesig und fiebere meinem Ankunftstag in Wissembourg entgegen. Diese 10 Monate werden mich für den Rest meines Lebens prägen. Ich werde Erfahrungen machen, die mir keiner mehr nehmen kann und eine Menge über mich lernen — das haben mir zumindest alle ehemaligen Freiwilligen versprochen, mit denen ich gesprochen habe.

„Ein Mensch begibt sich auf eine Reise und  ein anderer kehrt zurück.“
Peter Matthiesson 

Ich werde in Situationen kommen, die mich herausfordern werden und es erleben, dass Leute sich ihr Bild von mir machen und dabei weitestgehend nur mich (nicht meine Familie, nicht meinen Freundeskreis) beurteilen. Ich werde Verantwortung übernehmen, viel mehr als ich es hier tue und ich werde spüren, was es heißt, für sich selbst zu stehen.


Das alles macht mir Angst, aber Neugier und Vorfreude überwiegen. Mir ist bewusst, dass ich Momente durchleben werde, in denen ich mich zurück nach Wuppertal wünsche, in denen ich meine Familie und meine Freunde so sehr vermisse, dass ich glauben werde, es nicht mehr auszuhalten, aber ich weiß, dass Wissembourg eine gute Entscheidung ist — vielleicht sogar meine bisher Beste...